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Referat 11 - Brandschutz

Allgemeines

Grundsatz- und Einzelforderungen des Brandschutzes sind direkt in den Landes-bauordnungen bzw. in Verordnungen und Richtlinien geregelt. Bestehende Gebäude und insbesondere Kulturdenkmale stehen jedoch häufig mit den geltenden Vor-schriften des Brandschutzes im Wider-spruch, was eine authentische Weiternut-zung ohne Beeinträchtigungen erschwert. Dennoch ist bei einer weiteren Nutzung bzw. einer Umnutzung ein angemessener Brandschutz zu gewährleisten. Die aktuellen Bestimmungen des Brandschutzes richten sich vorwiegend an neu zu errichtende Gebäude, weshalb es praktisch kaum handhabbare Regelungen für bestehende Gebäude gibt. Diesem Themenkomplex widmet sich nunmehr die Wissenschaft-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmal-pflege e. V. (WTA) im verstärkten Maße und hat deswegen das neue Referat „Brandschutz“ gegründet.

 

Im Referat Brandschutz ist es aufbauend auf dem bereits im Referat 8 erarbeiteten Merk-blatt „Brandschutz von Fachwerkgebäuden und Holzkonstruktionen“ vorgesehen, mit praxisorientierten Merkblättern geeignete Arbeitshilfen für den angemessenen Umgang mit dem Brandschutz bei bestehenden Gebäuden zu erstellen und die Planungs- und Ausführungsabläufe zukünftig tatkräftig zu unterstützen. Weil sich in der Praxis oftmals sowohl die brandschutztechnische Bewertung von bestehenden Konstruktionen als auch der regelgerechte Einsatz von Bauprodukten als schwierig herausstellt, ist es zudem geplant, entsprechende Grundlagen zu systematisieren und der Fachwelt zur Verfügung
zu stellen. Um die bauaufsichtliche Akzeptanz der Anwendung von ingenieurgemäßen Nachweisen für den Nachweis der Brandsicherheit zu verbessern, wurde vom DIN e. V.
im September 2016 eine Grundsatznorm verabschiedet (DIN 18009-1:2016-09). Das Ent-stehen dieser Norm wurde durch die aktive Mitarbeit in dem betreffenden Normungsaus-schuss durch die WTA e. V. unterstützt. Explizit gelten die Regelungen dieser Norm des-wegen auch für bestehende Gebäude und Baudenkmale. Das Ziel ist es dabei, sich vom Erfüllen fest vorgegebener Bauteilanforderungen zu lösen und anstelle dieser ingenieur-gemäße, schutzzielorientierte Nachweise treten zu lassen. Ziel der Referatsarbeit soll es somit auch sein, die konkreten Anwendungsmöglichkeiten der Brandschutz-Ingenieur-methoden für bestehende Bauwerke zu beschreiben.

 

Als wichtige Themen für Merkblattausarbeitungen sind die folgenden für eine Bearbeitung geplant:

  • Grundlagen des Brandschutzes im Bestand
  • Brandschutz bei Baudenkmalen
  • Identifizierung und Systematisierung von Abweichungstatbeständen
  • Klassifikation von bestehenden Bauteilen
  • Erarbeiten von „Zertifizierungsregeln“ oder Prüfgrundsätzen
  • Anwendung von Brandschutz-Ingenieurmethoden
  • Vorstellen von gelungenen praktischen Beispielen
  • Brandschutztechnische Beurteilung technischer Anlagen im Bestand

Die kommissarische Referatsleitung hat bislang Herr Prof. Dr.-Ing. Gerd Geburtig (Prüf-ingenieur für Brandschutz, Bauhaus-Universität Weimar, Honorarprofessor für das Fach-gebiet Brandschutz) übernommen.

 

Die erste Referatssitzung ist für den Herbst 2018 geplant.

 

An einer aktiven Mitarbeit Interessierte wenden sich bitte an die Geschäftsstelle der WTA e. V. oder den kommissarischen Referatsleiter.