WTA - Preis

Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA) verleiht jährlich den WTA-Preis für herausragende Leistungen auf den Gebieten der Forschung und Praxis der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege.

Der Preis würdigt baupraktische und / oder theoretische Arbeiten, die eine kreative, auf Nachhaltigkeit und Gesamtheitlichkeit ausgerichtete Herangehensweise an das Thema Bauwerkserhaltung und / oder Denkmalpflege unter Beweis stellen, sei es als Teil- oder Gesamtlösung. Bewertungskriterien sind ebenso die Qualität, der Umgang mit dem Altbestand und die Umsetzung.

Für diesen Preis kann in zwei Kategorien eingereicht werden:

                 Wissenschaft & Forschung
sowie
                  Handwerk & Ausführung.

Der WTA-Preis 2020 wird am 19. März 2020 anlässlich der WTA-Tage 2020 in Wien verliehen.
Dem Preisträger wird dabei die Gelegenheit gegeben, in einem Vortrag die wichtigsten Ergebnisse seiner Arbeit vorzutragen.

Bevorzugt sollen junge engagierte Fachleute für Ihre außergewöhnliche Leistung mit dem WTA-Preis ausgezeichnet werden. Eingereicht werden können Bakkalaureats-, Master-, Diplom- oder Doktorarbeiten, Projektbearbeitungen besonders gelungener Instandsetzungen, aber auch Entwicklungen neuer Werkstoffe oder Methoden auf dem Gebiet der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege.
In Ausnahmefällen kann der Preis auch für besondere Leistungen und Verdienste auf diesem Gebiet verliehen werden.

Die Wettbewerbsbeiträge sollen mindestens eines der folgenden Themen aufgreifen:

  • Bauen im Bestand
  • Erhaltung und Instandsetzung von Bauwerken
  • Restaurierung und Denkmalpflege
  • Kreative und innovative Werterhaltungsstrategien und Varianten
  • Energetische Ertüchtigung und Modernisierung
  • Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz
  • Werkzeuge und Methoden der Planung, baulichen Umsetzung, Qualitätssicherung und des Betriebs
  • Korrosionschutz und Dauerhaftigkeit
  • Ressourceneffizienz, Recyclierbarkeit, ökologische Bewertung und Nachhaltiges Bauen und Instandsetzen
  • Zerstörungsfreie Prüfung und Bauwerksüberwachung
  • Baubetrieb, Baumanagement, BIM und Industrie 4.0
  • Entwicklung neuer Technologien und Bauprodukten für das Bauen im Bestand und für den Substanzerhalt
  • Immobilientechnik und Immobilienbewertung
  • Materialien und Konstruktionen im Baubestand

Alle Bestimmungen zur Teilnahme und Einreichung finden Sie in den Teilnahmebedingungen.

Kontakt

WTA-Geschäftsstelle
Dipl.-Betriebswirt (FH)
Susanne Schneider
Ingolstädter Straße 102
85276 Pfaffenhofen

Tel.: 089/57 86 97 27
Fax: 089/57 86 97 29
E-Mail

Einreichungsschluss für den WTA-Preis ist der 2. Januar 2020, 9:00 Uhr

WTA-Preisträger

2019    Lukas Berner
2018     Deutsches Fachwerkzentrum
              Quedlinburg e.V.
2017     Lida Barou
2016     Florian Kleiner
2015     Daniela Jaschke
2014     Christian Arnold
2013     Johanna Kraemer
2012     Els Verstrynge
2011     Annegret Hofmann
2010     Roel Hendrickx
2009     Thomas Becker
2007     Jennifer Gawlitta und
              Frederike Kroll
2006     Ralf Kilian
2005     Luc Schueremans
2004     Klaus Sedlbauer
2003     Stefan Meier
2002     Peter Onken
2001     Giovanni Martinola
2000     Filip Van Rickstal
1999     John Grunewald

Verleihung des WTA-Preis 2019

Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA) verleiht jährlich den WTA-Preis für herausragende Leistungen auf den Gebieten der Forschung und Praxis der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege.

Anlässlich der WTA-Tage 2019 wurde der diesjährige WTA-Preis

                                                    Herrn Lukas Berner M.Sc.

für seine Masterarbeit "Sitterbrücke in Appenzell - Zustandsanalyse und Erhaltungsmassnahmen"

verliehen.

Sinterbrücke

Laudatio

Die im Jahre 1971 erstellte Sitterbrücke ist Teil der Umfahrungsstrasse Appenzell. Die Spannweite beträgt rund 33 m und die Breite ca. 17 m. Die Stahl-betonkonstruktion besteht aus drei vorgespannten Längs­trägern, die mit der darüber liegenden Stahlbetonplatte monolithisch verbunden sind. Bei den Auflagern und in Feldmitte weist die Platten­balkenbrücke zusätzlich versteifende Querträger auf. Die Auflager­achsen sind in einem Winkel von rund 70° zur Brückenlängsachse schief angeordnet. Im Jahre 1991 wurden Abdichtung und Belag sowie ein Fahrbahnübergang ersetzt. Aktuell weist die Brücke bei den Widerlagern Schäden in der Stahlbetonsubstanz, bei den Längsträgern Feuchtig­keitsspuren und beim Geländer Korrosion auf.

Im Rahmen seiner Masterarbeit erarbeitete Herr Lukas Berner basierend auf einem Aktenstudium ein ausführliches Untersuchungs­programm, organisierte und koordinierte eigenständig die durch­zuführenden Untersuchungen und führte mehrere Zustandsmessungen selbständig durch. Mit den erhobenen Zustands-daten und einer ausführ­lichen Tragsicherheitsanalyse beurteilte er den aktuellen Zustand der Brücke. Sie weist unter anderem Defizite bei den Querkraftwider-ständen der Längsträger sowie eine hohe Chloridkontamination der Widerlager auf. Sämtliche Daten der Brücke wurden in einer BIM-Datei digital erfasst. In einer letzten Phase befasste sich Herr Berner mit dem Instandsetzungs- und Verstärkungsprojekt der Brücke. Durch eine optimierte Verkleinerung der Brückenbreite können die Verstärkungs­massnahmen auf Eingriffe zur Erhöhung des Querkraftwiderstandes reduziert werden. Weiter sind die Erneuerung von Entwässerung, Abdichtung, Belag, Fahrbahnübergänge, Lager und Beleuchtung sowie eine Instandsetzung der Widerlager vorgesehen. Die Massnahmen wurden sowohl bezüglich Kosten und Termine analysiert und bewertet.

Herr Lukas Berner hat eine ausführliche und sehr sorgfältig durch­geführte Masterthesis abgelegt. Dabei ist er sehr zielorientiert, effizient und selbständig vorgegangen. Die Arbeit erfüllt höchste Ansprüche und bestätigt die hohe Professionalität des Absolvierenden.

Prof. Felix Wenk
Hochschule für Technik Rapperswil

Verleihung des WTA-Preis 2018

Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA) verleiht jährlich den WTA-Preis für herausragende Leistungen auf den Gebieten der Forschung und Praxis der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege.

 Anlässlich der WTA-Tage 2018 wurde der diesjährige WTA-Preis an das

                          Fachwerkzentrum Quedlinburg e.V.

verliehen.

Die WTA International übergibt den Preis in Anerkennung und Würdigung  des außergewöhnlichen Engagements in der Ausbildung und in der beruflichen Wissensvermittlung von energieeffizienter und ressourcenschonender Sanierung von historischen Fachwerkbauten, in denen die Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung in äußerst gelungener Weise in die Praxis überführt werden.

Am 29. November 2002 wurde das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg in der UNESCO - Weltkulturerbestadt als Trägerverein der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Quedlinburg neu gegründet.

Der Verein hat sich zur Aufgabe gestellt, den Ressourcen schonenden, energieeffizienten und energetischen Umgang mit historischer Fachwerksubstanz zu fördern und hierüber umweltbewusst und ökologisch Denkmäler zu schützen. Die Umsetzung dieses An-spruches geschieht über:

  • Einsatz traditioneller Handwerkstechniken
  • Größtmöglicher Erhalt der vorhandenen Substanz
  • Zweitverwendung von Baumaterialien
  • Einsatz ökologischer Materialien (u.a. Holz, Lehm, Stroh, Hanf)
  • Forschungsprojekte zu ökologischen Werkstoffen
  • Begleitmessungen
Verleihung 2018
Logo Fachwerkzentrum

Bauforschung

Ein Schwerpunkt des Deutschen Fachwerkzentrums Quedlinburg e.V. bildet die baugeschichtliche Untersuchung und Dokumentation bedeutender Baudenkmäler des Landes Sachsen-Anhalt.

Ziel der Forschung ist es, für denkmalrelevante Häuser eine Dokumentation anzulegen, welche die Geschichte eines Hauses - die ursprüngliche Konstruktion und spätere bauliche Veränderungen erfasst sowie Bauschäden und Nutzungsmängel diagnostiziert, um Verluste der historischen Bausubstanz in Folge von Sanierungsarbeiten zu reduzieren.

Einen Auszug aus den Bauforschungsprojekten der letzten Jahre finden Sie auf der Homepage des Fachwerkzentrums.

Bauforschung

Bauprojekte

In der Vereinigung des gesammelten Fachwissens aller beteiligter Fachplaner in der integrativen Planung, können für jeden Aspekt der Planung der Instandsetzungsmaßnahmen die individuell angepassten Lösungen gesucht und gefunden werden. Durch den Austausch von Fachwissen und die intensive Zusammenarbeit werden somit die am meisten Ressourcen schonenden, effizientesten, ökologischsten und am meisten denkmalgerechten Ergebnisse erarbeitet und umgesetzt.

Einen Auszug aus den Bauprojekten finden Sie auf der Homepage des Fachwerkzentrums.

Bauprojekte

Seminare

Die verschiedenen Angebote in den Seminaren sind ebenfalls seit langer Zeit fester Bestandteil der Bildungsaufgabe des Fachwerkzentrums. Die Seminar- und Qualifizierungsangebote eignen sich für Handwerker, Institutionen, Planer und Studenten, Lehrlinge, Jugendbauhüttler und Bundesfreiwillige und Menschen unterschiedlicher Herkunftsländer. Weitere Informationen zu den Seminaren finden Sie auf der Homepage des Fachwerkzentrums.

Seminare

Integrativer Ort BauDENKMAL

Sharing Heritage - Sharing Work - Sharing Community

Das Fachwerkzentrum arbeitet seit über 15 Jahren an der nachhaltigen Restaurierung von Kulturbauten – als authentische Zeugnisse der europäischen gebauten Geschichte.

Die Praxisarbeiten und Seminare finden an national wertvollen Kulturgütern in Sachsen-Anhalt statt. Beispielhaft dafür steht u.a. der Bunte Hof in Osterwieck.
Weitere Projekte und Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Fachwerkzentrums.

Bunter Hof

Verleihung des WTA–Preis 2017

Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA) verleiht jährlich den WTA-Preis für herausragende Leistungen auf den Gebieten der Forschung und Praxis der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege.

Anlässlich der WTA-Tage 2017 wurde der diesjährige WTA-Preis

             Frau ir. Lida Barou für ihre Masterarbeit "Transparent Restoration"

verliehen.

In einer Kurzpräsentation stellte Frau Barou die Schwerpunkte ihrer Arbeit vor.
Die vollständige Arbeit wurde auf den Seiten der TU Delft veröffentlicht.


Abstract

This research investigates the application of structural glass in restoration and conservation practices in order to highlight and safeguard our built heritage; a distinguishable, yet discreet approach. Current restoration treatments with traditional materials bear the risk of conjecture between original and new elements, while the ambition to enhance the structural integrity of the endangered structures, often results in visually invasive and irreversible solutions that can impair the authentic image of the monuments. In this context, glass could be the answer to this on-going debate between restoring and preserving, a promising restoration solution able, on the one hand to consolidate the historic buildings and on the other hand to reveal their stratification. The transparency of glass enables the simultaneous perception of both the original and ruinous state of the monument, giving a material and immaterial appearance that relates the structure to both the past and the present setting.

As a case study, the research focuses on the design of a novel glass addition in the degraded façade of an old tower in Greece. The innovative contribution of this restoration approach lies in the development of a completely reversible system, complying with the conservation guidelines suggested by the Venice Charter. To avoid any permanent bonding between the two structures, dry connections are proposed between glass and the historic matter. Solid cast glass units are suggested, in respect to the existing construction technique and aesthetics of the original limestone masonry, to reinforce the monument by replacing the missing parts. To ensure the overall stability of the façade, the cast glass units follow an interlocking geometry sparing the necessity of permanent, adhesive connections. Moreover, the high stiffness and compressive strength of glass result in a lightweight glass wall of minimal thickness that ensures the desired structural consolidation without burdening the monument.

Different interlocking systems have been explored to conclude to the optimum shape. As a proof of concept, the interlocking units have been cast in the TU Delft Lab and a small prototype has been made. The aesthetic value of this solid cast glass interlocking masonry is articulated with glass elements resembling to the original stone texture, while at the same time allowing for the perception of the surroundings. To evaluate the degree of cooperation of the units, testing in shear has been performed, manifesting the potential of the system as a compatible and elegant design tool for the preservation of our heritage.

Lida Barou
Verleihung 2
Vortrag 1
Vortrag 2